Wissen macht stark! – Klima- und Nachhaltigkeitsquiz zum Jahresanfang

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veröffentlicht am 27.02.2021

Letzte Woche war Biike und so ging das „Wissen macht stark“-Quiz am 20.02.2021 in die letzte Runde.

Der Landschaftszweckverband Sylt, Frau Ronja Kopp, die dieses Quiz im Rahmen ihres Praktikums mitgestaltet hat, und die Klimaschutzmanagerin Catharina Bayerlein bedanken sich bei allen Leser:innen und Quiz-Teilnehmer:innen. Allen Gewinner:innen wünschen wir viel Spaß und guten Durst mit ihrer neuen Sylt-Buddel!

Die letzte Frage lautete:

Wie viele Tonnen Plastik gelangen schätzungsweise jährlich ins Meer?

Als Antworten standen zur Auswahl:

a. 1 Million
b. 5 Millionen
c. 8 Millionen

Die richtige Antwort ist… (letzte Chance mitzurätseln! Die Antwort folgt auf die Grafik)

… c. 8 Millionen

8 Millionen Tonnen Plastik jährlich – das entspricht einer Lastwagenladung, die pro Minute ins Meer gekippt wird. Oder fünf Einkaufstüten pro 30 Zentimeter entlang aller Küstenlinien weltweit. Wenn der Plastikkonsum mit der aktuellen Geschwindigkeit voranschreitet, werden es in 5 Jahren sogar 10 Tüten sein – d.h. der Konsum und damit auch das Plastik pro Jahr in die Meere eingebrachte Plastik wird sich innerhalb von nur 5 Jahren verdoppeln.

Apropos Plastiktüten: Allein in Deutschland werden jährlich 2 Milliarden davon verbraucht, das macht 24 Plastiktüten pro Person. Dabei beträgt die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Plastiktüte hierzulande nur 25 Minuten, während die Zersetzung im Meer 10-20 Jahre benötigt (die einer Plastikflasche sogar 450 Jahre, siehe Grafik). Sein  größter  Vorzug also ist gleichzeitig sein größtes  Problem: Kunststoff,  der extrem  widerstandsfähig  ist, ist auch fast nicht abbaubar. Und selbst wenn, so ist das Problem damit nicht gelöst: Der Plastikmüll löst sich nicht auf, sondern wird nur zu kleineren, kaum sichtbaren Plastikteilchen. Dieses Mikroplastik setzt sich aber nicht nur auf dem Meeresboden ab oder ‚verstopft‘ Korallenriffe und gefährdet so Tiere und ihre Lebensräume. Es findet sich auch als ‚Sand‘ an unseren Stränden und Beigabe in unseren Lebensmitteln. Die Bilderserie „Wie viel Plastik essen Sie so?“ zeigt dies auf sehr anschauliche Art und Weise (zur Bilderserie).

Doch woher kommt das ganze Plastik im Meer?

Die größten Verursacherinnen sind mit je etwa einem Drittel einerseits Schifffahrt und Fischerei, andererseits Tourismus- und Freizeitaktivitäten an Land und auf See. Über die Hälfte des weltweit jemals hergestellten Plastiks wurde seit dem Jahr 2000 produziert. Mehr als ein Drittel dient als Verpackungsmaterial. Recycling von Plastik ist out – auch in Deutschland: Mit 15 Prozent (2017) liegt die jährliche Recyclingquote nur knapp über dem globalen Durchschnitt. Ganze vier Fünftel des weltweiten Plastiks aber finden sich auf Deponien oder in der Umwelt: unsachgemäß entsorgt, achtlos weggeworfen.*

Um zu vermeiden, dass ab spätestens 2050 mehr Plastik als Fisch in den Meeren schwimmt, müssen wir nicht nur den Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt sondern auch seine Produktion drastisch reduzieren – und: weniger Plastik nutzen.

Damit kann jede:r ganz einfach bei sich im Alltag anfangen: Obst und Gemüse in Plastik verpackt zu kaufen ist ebenso überflüssig wie Frischhaltefolie: stattdessen einfach Schüsseln mit Tellern abdecken oder Bienenwachstücher verwenden! Weitere Tipps gibt´s jeden Tag bei der am 17.02. gestarteten Aktion „Plastikfasten“: https://zero-waste-itzehoe.de/plastikfastenchallenge/.

Auch Bye Bye Plastik Sylt und der „Plastikatlas“ (zur PDF) liefern Infos und Tipps zur Plastikvermeidung.

 

*Exkurs zur Entsorgung von Plastikmüll: Deutschland verschifft – wie viele andere reiche Länder auch – seit vielen Jahren große Mengen Müll, vor allem Gewerbemüll wie Produktionsabfälle, zum Beispiel nach Südostasien. Dieser Export ist für die BRD finanziell ein gutes Geschäft – denn das Recycling des Mülls hierzulande wäre sehr teuer. Doch auch in den Zielländern findet kaum Recycling oder eine angemessene Entsorgung statt. Deutschland ist folglich Mitschuld am (Plastik-)Mülleintrag in die Umwelt in anderen Ländern. Anstatt sich als Verursacher*innen um die sinnvolle Weiterverarbeitung des Mülls zu kümmern, wird das Problem nach „anderswo“ ausgelagert. Die wahren (Umwelt-)Kosten zahlen folglich andere: an anderen Orten und auch noch zu anderen Zeiten (zukünftige Generationen). Mit (Klima-)Gerechtigkeit hat das nichts zu tun.

Hier nochmal alle Quizfragen zum Nachlesen:
1. Quizfrage (02.01.2021): Sustainable Development Goals
2. Quizfrage (09.01.2021): Erdüberlastungstag
3. Quizfrage (16.01.2021): Leitungswasser
4. Quizfrage (23.01.2021): CO2-Budget
5. Quizfrage (30.01.2021): Lebensmittelverschwendung
6. Quizfrage (06.02.2021): CO2-Speicher
7. Quizfrage (13.02.2021): Meist weggeworfener Müll